Vesper (Johanna Franziska von Chantal)

ERÖFFNUNG

V O Gott komm mir zu Hilfe,
R Herr eile mir zu helfen.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohn * und dem Heiligen Geist. /
R Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit * und in Ewigkeit. Amen. Halleluja

HYMNUS

Johanna Franziska, du Frau großer Kraft,
du gingst Gottes Wege mit viel Leidenschaft.
Ob Mutter, ob Witwe, in Freude und Schmerz,
du wolltest Gott lieben und schenktest dein Herz.

Der Tod nahm dir vieles, was teuer dir war,
du musstest viel Leiden ertragen fürwahr.
Der Ehemann, Kinder, sie fanden den Tod,
du suchtest nach Tröstung in all deiner Not.

Mit Bischof Franz Sales verband dich allzeit
die Freundschaft und Liebe, die Gott war geweiht,
mit ihm dann zusammen fingst Großes du an,
der Heimsuchungsorden zu blühen begann.

Du gründetest Klöster sehr viel an der Zahl,
und halfst auch den Armen in all ihrer Qual,
in all deinen Taten da spürte man klar,
dass Gott stets Begleiter und Mitte dir war.

Trotz Zweifel und Ängsten, trotz Sorgen und Leid,
du hieltst Gott die Treue und folgtest bereit.
„Sein Wille geschehe in all meinem Tun“,
so wolltest du beten zum göttlichen Ruhm.

Johanna Franziska, du Fürsprecherin,
sei nah uns, wenn wir unser’n Gott nicht verstehn,
gib Kraft uns zu sagen, es wird trotzdem gut,
begleit uns durchs Leben, und mache uns Mut.

PSALMODIE

1. Antiphon: Die Freude an Gott schenkt Kraft und Zuversicht.

Psalm 13

Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz? * Wie lange noch verbirgst du dein Angesicht vor mir?
Wie lange noch muss ich Sorgen tragen in meiner Seele, / Kummer in meinem Herzen Tag für Tag? * Wie lange noch darf mein Feind sich über mich erheben?
Blick doch her, gib mir Antwort, Herr, mein Gott, * erleuchte meine Augen, damit ich nicht im Tod entschlafe,
damit mein Feind nicht sagen kann: / Ich habe ihn überwältigt,* damit meine Gegner nicht jubeln, weil ich wanke!
Ich aber habe auf deine Güte vertraut, * mein Herz soll über deine Hilfe jubeln.
Singen will ich dem Herr, * weil er mir Gutes getan hat.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn * und dem Heiligen Geist
wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit * und in Ewigkeit. Amen.

Antiphon: Die Freude an Gott schenkt Kraft und Zuversicht.

2. Antiphon: Ich suchte den Herrn und er hat mich erhört.

Psalm 34
Ich will den Herrn allezeit preisen; * immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn; * die Armen sollen es hören und sich freuen.
Preist mit mir die Größe des Herrn, * lasst uns gemeinsam seinen Namen erheben!
Ich suchte den Herrn und er gab mir Antwort, * er hat mich all meinen Ängsten entrissen.
Die auf ihn blickten, werden strahlen, * nie soll ihr Angesicht vor Scham erröten.
Da rief ein Armer und der Herr erhörte ihn * und half ihm aus all seinen Nöten.
Der Engel des Herrn umschirmt, die ihn fürchten, * und er befreit sie.
Kostet und seht, wie gut der Herr ist! * Selig der Mensch, der zu ihm sich flüchtet!
Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; * denn die ihn fürchten, leiden keinen Mangel.
Die Augen des Herrn sind den Gerechten zugewandt, * seine Ohren ihrem Hilfeschrei.
Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen * und dem zerschlagenen Geist bringt er Hilfe.
Viel Böses erleidet der Gerechte, * doch allem wird der Herr ihn entreißen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn * und dem Heiligen Geist
wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit * und in Ewigkeit. Amen.

2. Antiphon: Ich suchte den Herrn und er hat mich erhört.

3. Antiphon: Das Maß der Liebe ist Liebe ohne Maß.

Canticum Jes 61,10-62,5
Von Herzen freue ich mich am Herrn. * Meine Seele jubelt über meinen Gott.
Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, * er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit,
wie ein Bräutigam sich festlich schmückt * und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.
Denn wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt * und der Garten seine Saat sprießen lässt,
so lässt Gott, der Herr, Gerechtigkeit sprießen * und Ruhm vor allen Nationen.
Um Zions willen werde ich nicht schweigen, * um Jerusalems willen nicht still sein,
bis hervorbricht wie ein helles Licht seine Gerechtigkeit * und sein Heil wie eine brennende Fackel.
Man ruft dich mit einem neuen Namen, * den der Mund des Herrn für dich bestimmt.
Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des Herrn,* zu einem königlichen Kopfschmuck in der Hand deines Gottes.
Nicht länger nennt man dich Verlassene * und dein Land nicht mehr Verwüstung.
Denn der Herr hat an dir Gefallen * und dein Land wird vermählt.
Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, * so freut sich dein Gott über dich.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn * und dem Heiligen Geist
wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit * und in Ewigkeit. Amen.

3. Antiphon: Das Maß der Liebe ist Liebe ohne Maß.

LESUNG Röm 8, 35ff
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. Doch in alldem tragen wir einen glänzenden Sieg davon durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

RESPONSORIUM
R Ich will Gott preisen Tag für Tag * sein Lob sei stets in meinem Munde. – R
V All meinen Ängsten hat er mich entrissen * sein Lob sei stets in meinem Munde.
Ehre sei dem Vater. – R

Magnifikat-Antiphon: Es hat Gott gefallen, ihr Herz so zu machen: ein starkes Herz, das kraftvoll liebt und will.

Meine Seele preist die Größe des Herrn, * Und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. * Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, * und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht * über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten; * er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron * und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben * und lässt die Reichen leer ausgehn.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an * und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, * Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn * und dem Heiligen Geist
wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit * und in Ewigkeit. Amen.

Antiphon: Es hat Gott gefallen, ihr Herz so zu machen: ein starkes Herz, das kraftvoll liebt und will.

BITTEN

Guter Gott, wir wissen, dass wir Dir nicht gleichgültig sind. Wir wissen, dass Du auch in unserem Leben, in unseren Herzen da sein willst.

R: Herr, wir vertrauen auf Dich.

Für die heilige Johanna Franziska warst Du trotz vieler Glaubenszweifel das Fundament ihres Lebens.
— Hilf auch uns, Dir unser Leben anzuvertrauen.

Johanna Franziska hat sich dort, wo sie lebte, mit ganzem Herzen eingebracht.
— Hilf uns unsere Aufgabe zu erkennen an dem Platz, an dem wir leben.

Zusammen mit ihren Mitschwestern wendete sich Johanna Franziska den Armen zu und sorgte für sie.
— Schenke uns ein offenes Herz für die Not der Menschen.

Im Leben der heiligen Johanna Franziska gab es immer wieder Zeiten, in denen sie sich verlassen fühlte.
— Sei allen Einsamen und Verlassenen nahe.

Nicht nur einmal stand Johanna Franziska am offenen Grab eines ihr nahestehenden Menschen.
— Wir bitten für alle, die um einen lieben Menschen trauern und für alle Verstorbenen.

Vater unser

Oration Gott, du hast die heilige Johanna Franziska auf den verschiedenen Wegen ihres Lebens zu großen Taten befähigt. Höre auf ihre Fürsprache. Hilf jedem von uns, seine Berufung zu erkennen und deinen Auftrag zu erfüllen, damit wir Zeugen deines Lichtes werden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.